European Wadokai Cup 2018

Am späten Vormittag des vergangenen Donnerstags, dem 15.11.2018, traf sich die kleine Delegation des Swiss Wadokai Karate Team am Flughafen Kloten, um bald darauf für vier Tage nach Portugal in das hübsche gotische Städtchen Santarém zu reisen.

Nach einem angenehmen Flug und einer kurzen Autofahrt vom Flughafen Lissabon nach Santarém trafen die Athleten samt Schiedsrichtern, Verantwortlichen, Coaches und Eltern in der Unterkunft N1 ein. Nach kurzem anfänglichem Schock über die bevorstehende Schlafsituation – anstatt Einzel- und Doppelzimmern waren unglücklicherweise zwei 8er-Schläge gebucht worden – war schnell entschieden, das Beste aus der Situation zu machen und die Zimmer zu beziehen.

Den Abend liess man dann in einem kleinen Lokal in der Nähe des Hostels bei einem typischen Essen mit diversen Gaumenfreuden wie Käse, gegrilltem Fisch und Fleisch und Hauswein (für die Athleten natürlich Fanta) und fröhlicher Konversation ausklingen. Nach einem kurzen Spaziergang und der Besichtigung der Halle war es dann auch schon Schlafenszeit.

Am Freitagmorgen lockerten die Athleten, unterstützt durch ihre Coaches, während einer etwa einstündigen Trainingseinheit ihre Muskeln und brachten zusätzliche Sicherheit und Spritzigkeit in ihre Bewegungen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen widmeten sich alle individuell ihrer mentalen Vorbereitung, bevor es dann zur offiziellen Registrierung und zum Wiegen ins HQ des Turnierveranstalters ging. Danach hatten die Athleten für den Rest des Tages frei und konnten weiter an ihrer mentalen Verfassung feilen, während die Offiziellen fleissig alle angesetzten Meetings besuchten.

Samstag, Turniertag. Bereits ab 08:00 Uhr standen unsere Schiedsrichter Fredi und Mislim auf ihren jeweiligen Tatamis im Einsatz. Auch Jason war bereit und zeigte in der Kategorie Kata male Seniors zwei sensationelle Katas, musste sich jedoch nach äusserst fragwürdiger Schiedsrichterentscheidung geschlagen geben. In der Kategorie Kata male U21 performte Jason mit der Wut im Bauch drei Mal erneut hervorragend und gewann die Bronzemedaille.
Auch unsere nächste Athletin, Tamara, zeigte in der Kategorie Kata female U14 technisch hochwertige und athletisch explosive Katas und sicherte sich ebenfalls die Bronzemedaille.
Bereits wenige Stunden später stand Tamara ein zweites Mal im Einsatz und erkämpfte sich in der Kategorie Kumite U14 -50Kg erneut den dritten Platz. Dies war besonders beeindruckend, da sie aufgrund Teilnehmerinnenmangels in einer höheren Kategorie starten musste. Nervosität war ihr kaum anzumerken und wie gewohnt zauberte sie eine tolle Beintechnik nach der anderen aufs Tatami.
Am späten Nachmittag war schliesslich André an der Reihe. Mit einer für sein junges Alter beeindruckenden taktischen Abgeklärtheit und Furchtlosigkeit gelang ihm gegen teilweise deutlich grössere, ältere und technisch sehr starke Jungen der Einzug ins Finale. Dort neutralisierte er seinen technisch hervorragenden Gegner aus Deutschland souverän und musste sich nur der Schiedsrichterentscheidung beugen. Somit kehrt André mit einer Silbermedaille von seinem ersten Europacup zurück nach Hause.
Etwas unglücklicher verlief der Europacup für Lara und Gian Andrin. Letzterer zeigte viel Kampfgeist und blitzschnelle Techniken. Letztlich reichte es aber leider nur für den 5. Platz, knapp am Podest vorbei.
Lara, die bereits etwas angeschlagen angereist war, wurde von einer Mittelohrentzündung geplagt und konnte leider nicht starten. Nichtsdestotrotz war sie unheimlich tapfer und begleitete ihre Teamkameraden in die Halle, um sie anzufeuern.
Am Abend besuchten wir gemeinsam die Sayonara-Party, welche jedes Jahr den Abschluss des Europacups symbolisiert. Das mit vielen Köstlichkeiten ausgestattete Buffet diente uns als hervorragende Quelle, um unsere während des langen anstrengenden Tages geleerten Energietanks wieder aufzufüllen.

Der darauffolgende Sonntag verlief äusserst entspannt. Nach dem gemütlichen Frühstück im Hostel fuhren wir kurz vor Mittag zurück an den Flughafen Lissabon, gaben die gemieteten Vito-Busse zurück, gaben unser Gepäck auf, assen gemütlich zu Mittag und stiegen schliesslich in den Airbus A321 der Swiss ein, welcher uns nach Hause fliegen würde. Nach der Landung in Zürich endete unsere Reise nach Portugal auch schon wieder und wir trennten uns nach vier tollen Tagen und einem erfolgreichen Turnier, um einen verdienten Sonntagabend mit unseren Familien zu verbringen.

Danken möchte ich allen Begleitern, die dazu beigetragen haben, dass unser Aufenthalt in Santarém so unheimlich geschmeidig verlaufen ist: Mario fürs Fahren, Betreuen und Coachen der Athleten, Arthur fürs Übersetzen, Jörg fürs Navigieren und Marcel für die Unterhaltung während den gemeinsamen Mittag- und Abendessen!

Vielen Dank auch an unsere beiden Schiedsrichter, Mislim und Fredi, die wie gewohnt während des ganzen Turniers einen hervorragenden Job gemacht haben!

Schliesslich herzlichen Dank auch an Lissa und Reto, die unsere ganze Reise geplant und organisiert haben!

Ich freue mich schon aufs nächste Jahr, denn wir fahren 2019 nach Budapest!

Gabriele De Santis